Investieren in P2P-Kredite - von Kolja Barghoorn und Lars Wrobbel

★★★★


Investieren in P2P-Kredite - ein Thema, das in Zeiten anhaltender Niedrigzinspolitik wohl fast jedem, mehr oder weniger erfahrenen, interessierten Investor früher oder später über den Weg läuft. Aber was sind überhaupt P2P-Kredite, wie funktionieren sie und für wen sind sie geeignet? Kolja Barghoorn und Lars Wrobbel geben in diesem Buch Antworten. Beide haben selbst seit Jahren sechsstellige Beträge in P2P investiert und schildern ihre Erfahrungen.


„Die Frage für Sparer und Anleger lautet nun: Wohin mit ihrem Geld? Wie können sie in diesen Zeiten noch eine Rendite erreichen, die dem natürlichen Zins als Belohnung ihres heutigen Konsumverzichts einigermaßen nahe kommt? Genau an diesem Punkt kommen P2P-Kredite ins Spiel (..)“

Hier geht’s direkt zum Buch!*

Wir haben vor ungefähr 1 1/2 Jahren bereits eine frühere Auflage des Buches von Lars und Kolja erhalten, die noch mit 141 Seiten auskam. Entsprechend neugierig waren wir, als wir die Neuauflage aus 2020 mit fast 100 Seiten mehr in der Hand hielten - und wir wurden nicht enttäuscht.

Das Buch „Investieren in P2P-Kredite“ ist absolut übersichtlich gegliedert und kommt ohne großes Fachvokabular aus. Einfach geschrieben und zu lesen, richtet es sich an Jedermann, egal ob Anfänger oder bereits erfahrenerer Investor, da Kolja und Lars viel Wert darauf legen, jegliche Fachbegriffe zu erklären und kein Wissen als selbstverständlich vorauszusetzen.


Also was sind überhaupt P2P-Kredite? Damit beginnen die beiden ihr Buch.


Bei P2P handelt es sich um eine Investmentform, bei der Privatpersonen anderen (für sie unbekannten) Privatpersonen (oder Unternehmen) Geld leihen, direkt über eine Online-Plattform - also ohne Banken als klassische Vermittler.


Kolja und Lars beschreiben in den nachfolgenden Kapiteln, wie P2P-Kredite im Detail funktionieren, warum Menschen P2P-Kredite als Kreditnehmer nutzen und andere als Kreditgeber investieren und stellen von Auxmoney über Bondora und Mintos bis zu Crowdestor insgesamt acht europäische Plattformen vor, die für Investoren zur Verfügung stehen. Im Vergleich zur früheren Auflage, haben es drei neue Plattformen in das Buch geschafft, was nicht nur die Aktualität der Inhalte von Kolja und Lars beweist, sondern auch zeigt, wie dynamisch der Markt ist.

„Mehr als 100 Plattformen sind in Europa zugelassen und es werden immer mehr“

Da die Anzahl an Plattformen und auch das Vermittlungsvolumen am Markt stetig steigt (ca. 1,5 Mrd. € Vermittlungsvolumen in 2012 vs. ca. 143 € prognostiziertes Volumen für 2020), ist besonders wertvoll, dass Kolja und Lars vermitteln, wie man eine seriöse von einer unseriösen Plattform unterscheiden kann und wie man bei der Auswahl und Diversifikation vorgehen kann.


Es wird zudem erläutert, wie das Investment in P2P funktioniert, wie risikoreich es ist und auch, welche Rolle es als Ergänzung zu einem „klassischen“ Portfolio aus ETFs/Aktien (und ggf. Anleihen oder Rohstoffen) spielen kann. Auch die Versteuerung sowie rechtliche Aspekte finden ihren Platz in dem Buch.


Für Investoren, die bereits ETFs, Aktien, Anleihen oder andere „klassische“ Anlageprodukte besitzen, ist wohl besonders die niedrige Korrelation zu solchen klassischen Investments reizvoll. Korrelation bedeutet dabei - vereinfacht gesagt - wie die Beziehung zwischen zwei Merkmalen (also z.B. zwei Anlagearten) ist (auch was Korrelation bedeutet, erläutern die beiden in ihrem Buch ;-)).


Beispiel: Europäische Aktien „korrelieren“ stark mit US Aktien (Korrelation 0,88 (höchste mögliche Korrelation = 1): Das heißt ganz vereinfacht: Wenn europäische Aktien aus einem beliebigen Grund fallen, tun es amerikanische Aktien fast in gleichem Maße. Also: Wer europäische Aktien besitzt und sein Risiko minimieren will, indem er diversifiziert, hat mit US Aktien zwar etwas Diversifizierung erreicht, die beiden stehen aber noch immer in starker Beziehung zueinander.


P2P hingegen korreliert gar nicht oder kaum mit klassischen Finanzprodukten (Korrelation 0,14 (0,0 = keine Korrelation) zu bspw. europäischen Aktien) und eignet sich somit prinzipiell sehr gut zur Diversifizierung eines Portfolios.

„Somit bedeutet eine Beimischung von Privatkrediten zusätzliche Sicherheit für unser Gesamtvermögen, welche wir nutzen können und sollten.“

Das Buch stellt aber nicht nur die Vorteile von P2P, sondern auch mögliche Risiken oder Fehler bei der Investition absolut transparent dar und verweist immer wieder darauf, rational und vorsichtig vorzugehen. Auch das Thema „Investment mit Fremdkapital“ bzw. Nutzen eines Fremdkapitalhebels lassen die beiden nicht unerwähnt, äußern ihre kritische Einstellung dazu und mahnen zur Vorsicht. Es reiht sich daher - glücklicherweise - nicht in die Reihe Bücher von Investoren ein, die ihre favorisierte Anlageform bestmöglich à la „Folge uns und werde reich“ darstellen wollen, was uns sehr gefällt.


Das ganze Buch über lassen Kolja und Lars als erfahrene Investoren zudem selbst ihre Einschätzungen, Kommunikation mit Plattformen und ihre Erfahrungen einfließen, was enormen Mehrwert bietet. Auch ein Kapitel zur Situation am P2P-Markt während der Corona-Krise (Stand Ende 2020) hat es in die neue Auflage geschafft. Lt. Kolja und Lars (die im Gegensatz zu vielen anderen Investoren ihr Geld weiterhin auf den Plattformen beließen), hat die P2P-Industrie diese „erste große Prüfung“ überstanden und mehr noch, hat aufgrund ihrer niedrigen Korrelation zum Aktienmarkt sogar die Portfolios stabilisieren können.

Unser Fazit:

Wir haben bisher kein anderes Buch über P2P-Kredite gelesen, haben aber auch nach diesem Buch nicht das Bedürfnis, es zu tun, da Kolja und Lars alle relevanten Aspekte umfangreich und fundiert abbilden.


Vielleicht kein Must Read für jeden, aber eine absolute Empfehlung an alle, die mit dem Gedanken spielen, P2P in ihr Portfolio aufzunehmen!


Und es wird noch besser: Die neue Auflage aus 2020 erhaltet ihr bereits für 14,98€ hier auf amazon* - viel Spaß beim Lesen!

„Selbst historische Daten, aus denen spekulative Ableitungen möglich sind, gibt es für die P2P-Anlageklasse kaum. Wir können also nur Vermutungen anstellen, wohin der Weg irgendwann gehen wird.“

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