Das Think Like a Monk - Prinzip - von Jay Shetty

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„Ein Laie, der sich ständig bewusst darin übt, im Jetzt zu leben, ist ein Mönch.“


Für alle Dinge, die wir nicht selbst wissen, fragen wir Spezialisten. Wen fragen wir also, wenn wir innere Ruhe und unsere Bestimmung finden wollen? Darin macht den Mönchen laut Jay Shetty keiner etwas vor. Also fragen wir doch sie.


Jay Shetty, dem heute in den sozialen Netzwerken fast 40 Mio. Menschen (!) folgen, war selbst hinduistischer Mönch (heute ist er verheiratet, weswegen er sich offiziell nicht mehr so nennt) und hat seine Erkenntnisse in diesem großartigen Buch festgehalten.


Hier geht’s direkt zum Buch!*


Das Think like a Monk-Prinzip ist das wohl bekannteste Buch von Jay Shetty

In all den Schriften, die aus den letzten Jahrtausenden übermittelt sind, hat sich wohl eine zentrale Fragestellung nie geändert bzw. ist heute immer noch genauso relevant wie „damals“: Die Frage nach einem sinnerfüllten Leben.


Wer sind wir eigentlich wirklich? Worauf lenken wir unsere Energie? Wie finden wir unsere Bestimmung? Was steckt hinter unseren größten Zielen wirklich? Wie können wir mehr auf dieser Welt hinterlassen, als wir nehmen?


„Für den, der den Geist bezwungen hat, ist der Geist der beste Freund; doch für den, der dies versäumt hat, wird der gleiche Geist zum größten Feind.“


Diese und mehr Fragestellungen beantwortet Jay in seinem Buch, das 2020 erschienen ist und ich möchte vorweg stellen, dass diese Rezension den vielfältigen Betrachtungsweisen, Aspekten und Themen des Buches nicht im Ansatz gerecht wird. Einige Besonderheiten möchte ich nichtsdestotrotz herausstellen.

Worum geht es?


Grundsätzlich ist das Buch in drei Teile gegliedert, die logisch aufeinander folgen:


1) Loslassen - oder: Die Kunst, äußere Einflüsse und hemmende Gedanken abzulegen und Raum für persönliches Wachstum zu schaffen

Dieser erste Abschnitt bildet die Grundlage zur Arbeit an uns selbst. Denn erst einmal gilt es herauszufinden, wie viel von uns eigentlich das ist, was andere denken und wie viel „echt“. Was sind unsere Werte und warum? Oder: Wie finden wir sie? Und was steckt hinter unseren Gedanken & Zielen? Jay nennt diesen ersten Schritt einen „Reinigungsprozess“, auf dem alles andere erst aufbauen kann.


Darauf aufbauend folgt dann der Mittelteil:


2) Wachsen - oder: Die Kunst, unser Leben achtsam und bewusst zu führen und sinnhafte Entscheidungen zu treffen


In diesem Abschnitt dreht sich alles darum, unsere wahre Bestimmung zu finden und dann unsere Entscheidungen so zu treffen, dass wir auch danach leben. Jay schildert das Konzept des „Dharma“, der Bestimmung im Leben, das uns stark an das japanische „Ikigai“ erinnert hat: Deine Passion, gepaart mit Nützlichkeit für die Welt, deinem Können und Mitgefühl ist der Ort, an dem deine Bestimmung liegt. (Zu Ikigai haben wir auch bereits ein Buch rezensiert, hier lang!)

Das Buch hilft uns, unser „Dharma“ zu finden, indem es uns hilft, uns selbst anhand vieler Fragen wirklich kennenzulernen. Dabei wird auch deutlich, dass wir uns häufig viel zu sehr auf unsere Schwächen konzentrieren, anstatt mit unseren Stärken zu arbeiten. Warum nicht mal so betrachten: Was, wenn unsere Schwächen anderer Leute Dharma, also ihre Bestimmung sind? Ein schöner Gedanke, wie ich finde.


„Unsere Identität ist verstrickt mit dem, was die anderen von uns denken - genauer gesagt mit dem, was wir denken, das die anderen von uns denken.“


Außerdem zeigt es uns, wie wir unsere Gedanken auf unsere Ziele ausrichten können. Wie können wir wirklich achtsam leben? Welche Routinen unterstützen uns dabei? Wie schaffen wir es, stets demütig und offen für neue Lektionen zu bleiben?


Schließlich lässt Jay einen sehr wichtigen dritten Teil nicht aus, der ihm auch persönlich sehr am Herzen liegt:


3. Geben - oder: Die Kunst, im Dienen anderer echte Erfüllung zu finden

Dankbarkeit ist heutzutage schon fast zur Floskel geworden. Aber was bedeutet echte Dankbarkeit? Wie können wir selbst für Rückschläge dankbar sein? Das erläutert Jay in diesem Abschnitt. Auch behandelt er, wie wir es schaffen, echte, tiergehende Beziehungen zu führen und all unseren Mitmenschen, nicht nur unseren Mitmenschen, etwas zurückzugeben. Das Ziel, sich selbst wirklich zu kennen, zieht sich auch hier durch, denn: Kennen wir uns selbst gut, wissen wir genau, was wir anderen geben können und was wir in anderen suchen.

Jay Shetty beschreibt in seinem Buch, wie es möglich ist, auch ohne Mönchs-Ausbildung zur Erleuchtung zu gelangen.

Besonders schön fand ich ein Thema bzw. ein Zitat, das gleich auf der ersten Seite des Buchs vorkommt und mit dem es auch im letzten Kapitel endet:

„Pflanze Bäume, in deren Schatten du nicht sitzen wirst.“


Unabhängig davon, wie wir uns persönlich entwickeln, welche Ziele wir haben und wie wir unser Leben führen: Unsere höchste Bestimmung ist es laut Jay, selbstlos zu dienen und mehr auf dieser Welt zu hinterlassen, als wir ihr nehmen.


Das hat mich besonders berührt


Das Buch hatte unzählige Stellen, an denen ich das Gefühl hatte, Jay spricht entweder direkt mit meiner Seele oder zumindest schreibt er genau, was meine tiefsten inneren Überzeugungen sind - das hatte ich lange nicht mehr.


Besonders inspiriert haben mich drei Lehren, die ich gerne in Form von Zitaten einleiten möchte:

1) „Erfolg ist kein Garant für Glück und Glück braucht keinen Erfolg. Die beiden können sich gegenseitig nähren, und wir können beides gleichzeitig haben, doch sie sind nicht miteinander verflochten.“


Es gibt kein Ziel und kein Ende. Es ist nicht der Erfolg, der uns glücklich machen wird, sondern der Weg, in dem wir Erfüllung finden müssen, sonst werden wir nie ankommen.


2) „Wir glauben, echte Freiheit bestehe darin, sämtlichen Sehnsüchten nachgehen zu können. Echte Freiheit aber besteht in der Fähigkeit, sich von allem Unerwünschten zu trennen - die ungehemmten Begierden loslassen zu können, die zu ungewollten Zielen führen.“

„Echte Freiheit“ bedeutet nicht, tun und lassen und sagen zu können, was wir gerade wollen, wann wir es wollen. Es geht darum, die Stärke zu erlangen, die Dinge zu tun, die uns helfen, unsere Ziele zu erreichen und ein erfülltes Leben zu leben. Und alle anderen gerne links liegen zu lassen.


3) „In der Außenwelt wird nie alles perfekt sein, und das ist auch gar nicht das Ziel. Das Leben wird sich nicht nach deinen Vorstellungen richten, sondern du musst deinen Weg gehen und das Leben mitnehmen.“


Wir haben in jeder Situation die Möglichkeit, unsere Gedanken zu kontrollieren, sobald wir lernen, sie zu meistern und ihnen den richtigen Input zu geben. Wir sind nicht Opfer unserer Umstände.

Fazit


Der Fokus des Buchs liegt ganz klar darauf, herauszufinden, wer wir eigentlich wirklich sind und wie wir genau danach leben können - ohne Ablenkungen, ohne Negativität, mit Mehrwert für die Welt und unsere Mitmenschen.


Jay leitet großartig durch diesen Prozess und viele kleine Übungen sowie ein Selbsttest unterstützen die Erkenntnisse zusätzlich. Toll fand ich auch die drei enthaltenen Meditationsübungen: Atmen, Visualisierungen und Mantrasingen, die den ganzen Prozess unterstützen.


Jedem, der sich auf den Weg zu seinem wahren Selbst machen möchte, kann ich wirklich nur von Herzen dieses Buch empfehlen.


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Der Text verwendet ggf. wegen der besseren Lesbarkeit nur die männliche Bezeichnungen; selbstverständlich sind damit auch alle anderen Geschlechter angesprochen, männlich, weiblich und divers.