Plane nicht - lebe! - von Nina Martin

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„Wir alle sind ständig mit dem Druck konfrontiert, den großen Masterplan für unser Leben zu haben. Schon früh soll klar sein, wo es hingeht.“


Aber was passiert, wenn das nicht so klar ist? Oder das Leben eben nicht so linear verläuft, wie man es geplant hat? Genau darüber und darüber, warum ein Masterplan für das ganze Leben daher Quatsch ist, erzählt Nina Martin in ihrem wunderbaren Buch „Plane nicht - lebe!“, das erst im Juni 2021 erschienen ist.


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Nina ist studierte Psychologin und arbeitet als Innovationsberaterin in Unternehmen. Bis ca. Mitte 20 versuchte sie selbst noch, die Erwartungen zu erfüllen und nach einem Masterplan für ihr Leben zu leben - bis sie erfährt, dass sie seit ihrer Geburt an einer bisher fehldiagnostizierten Herzrhythmusstörung leidet und schon über 25 Mal dem plötzlichen Herztod knapp entgangen war. Was macht das mit der Art und Weise wie man sein Leben führt und betrachtet?


Obwohl ich in der Regel kein Fan davon bin, wenn persönliche Schicksale die Dramaturgie eines Buches bilden, profitiert dieses Buch von Ninas Erfahrung und ihren Erkenntnissen. Denn aus ihnen resultiert die Erkenntnis, dass „Das Leben ist kurz“ mehr als eine Floskel sein sollte, dass es den einen Masterplan im Leben nicht geben wird, da es keine Garantie für einen linearen Lebensverlauf gibt - und die „Mosaik Methode“, die sie mit ihrem Partner Benedict Probst entwickelt und die die Basis für „Plane nicht - lebe!“ bildet.

„Wir sitzen uns gegenüber in Cafés und an Couchtischen und sagen „Das Leben ist kurz.“ Und dann nicken wir wissend, schweigen kurz und reden darüber, dass unsere Kollegen nerven.“


Das Buch ist dabei in drei wesentliche Teile unterteilt. Im ersten Teil beschreibt Nina eine „neue Lebensweise für eine neue Zeit“: Warum funktionieren lineare Lebensmodelle à la 40 Jahre arbeiten, dann 30 Jahre Rente genießen und alles tun, was man vorher aufgeschoben hat, spätestens heute nicht mehr? Und wer garantiert überhaupt dafür, wie lang der eigene Zeitstrahl ist? Denkmodelle, wie z. B. eine phasenweise Unterbrechung der Arbeit für Inspiration und Erholung erinnern dabei stark an Konzepte, die man auch in den Büchern von John Strelecky wiederfindet.


Den Hauptteil des Buches bildet dann die Einführung in die „Mosaik-Methode“: Eine Art, zurückzutreten und das eigene Leben, den Beruf, die Beziehungen als Gesamtkunstwerk, als Mosaik zu betrachten. Verschieden große und verschieden förmige Steine, die in bestimmter Relation zueinander platziert sind. Und über allem schwebt die Frage:


„Finde ich das hier wirklich schön?“


Aber keine Sorge: Wenn die Antwort „Nein, leider nicht.“ lautet, hat Nina gleich Lösungsvorschläge parat. Und zwar keinen Masterplan, sondern Mini-Steps. Mikroerfahrungen à la „Failing Forward“, die man ganz vorsichtig auf sein Leben anwenden kann und so die Mosaik-Steine zu dem Bild hinbewegt, das einem selbst viel besser gefällt. Abrunden tut das Buch dann noch eine Umsetzungschallenge, die „2-Wochen Mosaik-Challenge“ mit detailliertem Fahrplan. Aber auch zwischendurch erwarten die Lesenden immer wieder Übungen und Denkanstöße.


„Um zu beurteilen, ob ich mein Leben insgesamt schön fand, musste ich also zurücktreten und mein Leben als eine Art Gesamtkunstwerk betrachten.“


Fazit:

Der Titel des Buches machte mich extrem neugierig, da ich es liebe, alles zu planen! Daher war ich etwas voreingenommen. Aber das Buch zielt keinesfalls darauf ab, den Lesenden davon abzuraten, Dinge zu planen. Vielmehr geht es um das Konzept eines festgezurrten, linearen Masterplans, das in den wenigsten Fällen funktioniert, aber dennoch vielen von uns - gerade deshalb - extremen Druck macht.


Ich fand das Buch extrem erfrischend, sehr angenehm zu lesen und sowohl das Konzept als auch die greifbaren Mini-Schritte, die Nina zur Umsetzung empfiehlt, cool gedacht. Zudem sind die gut 200 Seiten des Buchs mit ihren vielen (farbigen!) Grafiken extrem hochwertig und ansprechend gestaltet.

Eine klare Empfehlung für all diejenigen unter uns, die gewisse Dinge in ihrem Leben optimieren oder verändern wollen, aber von klassischen, belehrend wirkenden Selbsthilfebüchern überrumpelt werden. Und das ganze für nur 12,99€, z. B. hier bei amazon.*

„Wer erkennt, wie sterblich er ist, versteht, wie unglaublich lebendig er ist.“



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Der Text verwendet wegen der besseren Lesbarkeit nur die männliche Bezeichnungen; selbstverständlich sind damit auch alle anderen Geschlechter angesprochen, männlich, weiblich und divers.