Die subtile Kunst des darauf Scheißens - von Mark Manson

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„Die meisten kämpfen sich durch ihr Leben, indem sie sich in Situationen, die das überhaupt nicht wert sind, zu sehr einen Kopf machen.“

Du auch? Ich mit Sicherheit - bis ich zum ersten Mal 2019/2020 „Die subtile Kunst des darauf Scheißens“ als Hörbuch hörte. Nun habe ich es zum 2. Mal als physisches Buch in die Hand genommen und bleibe dabei: Das solltest du auch mal lesen!


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Worum geht es?


Deine „F*cks“ oder anders ausgedrückt „Wichtig-Wichtig-Aufkleber“ sind begrenzt. Deswegen solltest du weise überlegen, ob du sie dem langsam fahrenden Auto vor dir oder der wuchernden Hecke des Nachbarn aufkleben willst oder lieber den Dingen, die dir wirklich wichtig sind im Leben.

„Daraus folgt, dass die vielleicht produktivste Verwendung deiner Zeit und Energie ist, etwas Wichtiges und Bedeutungsvolles im Leben zu finden. Denn wenn du dieses bedeutungsvolle Etwas nicht findest, dann gehen deine „Wichtig-wichtig-Aufkleber“ einfach nur an bedeutungslose, belanglose Fälle.“


Die Kernaussagen des Buches sind also ziemlich deutlich und antiintuitiv: Dir kann nicht alles wichtig sein (sollte es auch nicht), genauso wenig, wie immer alles gut und rosarot sein kann. Negative Erfahrungen bereichern das Leben, Probleme sind wichtig und gehören dazu und du solltest sie in deinem Leben willkommen heißen.


Man könnte das Buch also als einen „realistischen Lebensratgeber“ bezeichnen. Von einem Mark Manson, der laut eigenen Aussagen ziemlich lange in seinem Leben selbst ziemlich wenig auf die Reihe bekommen und ziemlich spät gecheckt hat, worüber er in „Die subtile Kunst des darauf Scheißens“ schreibt.


Was schreibt er denn?


Kurz und auf den Punkt auf ca. 220 Seiten vermittelt Mark im ersten Teil seine Ansichten auf das Leben, unsere Gesellschaft und die Welt, um dir im zweiten Teil dann fünf antiintuitive Wertvorstellungen mitzunehmen, mit denen du deine bisherigen getrost ersetzen kannst.


Kapitel 1-4 holen dich als Lesenden also erst einmal schön zurück auf den Boden der Tatsachen:


Du hast mit Sicherheit keinen Anspruch darauf, immer glücklich zu sein, das ist einfach unrealistisch. Genauso wenig bist du etwas Besonderes noch hast besondere Probleme, die dich von anderen abheben. Und das ist auch nicht weiter schlimm, denn durchschnittlich zu sein, ist eh viel zu verpönt. Und schließlich: Du wirst immer leiden müssen in deinem Leben, also kannst du dir dein Leiden ebenso (abgestimmt auf deine neuen Werte) selbst frei aussuchen - Herzlichen Glückwunsch!


„Wahres Glück hat man nur, wenn du die Probleme findest, die du am liebsten hast und die du mit Genuss löst.“

Tja, und wenn du dir jetzt nicht zu sehr auf die Füße getreten fühlst und noch Ausdauer hast, bekommst du in den Kapiteln 5-9 tolle, herrlich authentisch und sympathisch geschrieben Denkanstöße für wirklich gute, echte Wertvorstellungen mit.


Die Aussagen an sich sind dabei nicht unbedingt neu in der Branche der Persönlichkeits-Entwicklungsratgeber: „Du hast immer die Verantwortung für dein eigenen Leben“, „Weiterentwicklung kann nur geschehen, wenn du dir Fehler eingestehst“ oder „Scheitern ist der Weg nach vorn“. Dennoch: Mark Mansons Perspektive auf die fünf Themen und sein Schreibstil sowie das Einfließen lassen seiner (teils echt verrückten) persönlichen Erfahrungen haben mir auch beim 2. Mal Lesen nochmal viel Mehrwert mitgegeben, im Vergleich zu „langweiligeren“ Ratgebern.


„Und genau das ist so gefährlich an einer Gesellschaft, die sich vor den unvermeidlichen Unannehmlichkeiten des Lebens immer mehr einkuschelt: Wir verlieren die Vorteile, die eine gesunde Dosis Schmerzerfahrung mit sich bringt, ein Verlust, der uns von der Realität der Welt um uns herum abkoppelt.“


Besonders gut hat mir dabei diese zugrundeliegende „Laune“ des Buches und von Mark Manson gefallen, die Anspruchshaltung unserer Generation durchweg zu kritisieren und zum Ursprung vieler Übel zu ernennen. So stellt er z. B. die Frage, wann es dann passiert ist, dass wir Menschen uns in unserer Situation so eingekuschelt haben, dass wir jede negative Erfahrung meiden und am liebsten vor ihr davonlaufen, anstatt anzuerkennen, dass gewisse Ziele gewisse Leiden erfordern und wir eben auch manchmal klettern müssen, um auf den Gipfel zu gelangen.


Außerdem weitere Lieblingslearnings:


1) „Es gibt ein gewisses Maß an Freude und Bedeutung, das man im Leben nur erreicht, wenn man Jahrzehnte in eine einzige Beziehung, ein einziges Handwerk, einen einzigen Beruf investiert. Diese Jahrzehnte an Aufwand kann man nicht erreichen, wenn man nicht zugleich die übrigen Alternativen ablehnt.“


Erfüllung und wahre Freiheit erfordert Beschränkung und Neinsagen. Wenn du X willst, geht damit logischerweise einher, dass du „Nicht-X“ ablehnen musst. Belohnt wirst du durch eine Tiefe, die dir eine oberflächliche „Ich kann alles haben, was ich will, wann ich es will“-Einstellung nicht bieten kann.

2) „Lerne den Schmerz, für den du dich entschieden hast, auszuhalten. Wenn du einen neuen Wert wählst, entscheidest du dich, eine neue Form von Schmerz in deinem Leben zuzulassen. Genieße ihn. Würdige ihn. Heiße ihn mit offenen Armen willkommen.“


Dieses Zitat war für mich augenöffnend auf so viele Weisen. Du entscheidest dich für einen Wert in deinem Leben, zum Beispiel für deine Selbstachtung und Liebe, willst aber den Schmerz vermeiden, dich von deinem Partner, der dir nicht mehr gut tut, zu trennen. Wie wichtig ist dir dann der Wert? Mach dir klar, dass tolle Werte, die du in deinem Leben haben willst, einen gewissen Schmerz erfordern und es wert sind, diesen auszuhalten!

3) „Schau mal, es läuft doch so: Eines Tages wirst du sterben. Ich weiß, das ist irgendwie klar, aber ich wollte es nur noch mal erwähnen, für den Fall, dass du es vergessen hast. (..) Und in der kurzen Zeit zwischen jetzt und dann kannst du dich nur um ein paar wenige Sachen kümmern. Um wirklich wenige, um ehrlich zu sein. Und wenn du rumläufst und dich über alles und jeden ärgerst und alles und jedes so schießwichtig nimmst, ohne richtig darüber nachzudenken oder dich dafür zu entscheiden, tja, dann bist du ziemlich angeschissen.“


.. Muss ich da noch etwas hinzufügen?

Unsere Bewertung

Mark Manson macht klare Ansagen, „scheißt“ auf die typischen Selbstoptimierungs-Tipps und verrät doch auf herrlich sympathische Art und Weise eine ganze Menge davon.


Wenn auch du also mal überdenken möchtest, welche Dinge deine wertvollen „Wichtig-wichtig-Aufkleber“ bekommen und wie man ernsthaft Probleme und Schmerz selbst wählen und mit offenen Armen empfangen kann, solltest du dieses Buch lesen! Ich kann es von Herzen empfehlen und du wirst beim Lesen auch noch eine gute Zeit haben!

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Viel Spaß beim Lesen!

„Diese Offenheit dafür, dass man falschliegt, muss es geben, damit Veränderungen und Wachstum überhaupt stattfinden können.“



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Der Text verwendet wegen der besseren Lesbarkeit nur die männliche Bezeichnungen; selbstverständlich sind damit auch alle anderen Geschlechter angesprochen, männlich, weiblich und divers.